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KULTURKOSMOS – MEHR ALS EIN PROJEKT

Seit 1999 gibt es den Verein Kulturkosmos Müritz, der den offiziellen Rahmen für die Umsetzung unserer Ideen und Vorstellungen bildet. Gemeinsames Ziel unseres Handelns ist der Versuch, unserem Ideal von einem selbstbestimmten Leben abseits kapitalistischer Zwänge und Verwertungsinteressen nahe zu kommen. Wir wollen Utopien für uns und andere im Hier und Jetzt erlebbar und im Modellversuch realisierbar machen.

Wir sind eine sich stetig wandelnde und entwickelnde Gruppe mit festem Kern, die sich in den vergangenen Jahren auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz an der Müritz zusammengefunden hat. Eine freie und offene Gemeinschaft von Mitstreiter:innen verschiedenster Couleur, deren Lebensrealitäten, Berufe und Wohnorte ganz verschieden sind, die aber alle ihre freie Zeit für dieses gemeinsame Projekt spenden. Viele davon sind Kunst- und Kulturschaffende, andere kommen aus ganz anderen Ecken.

Schwerpunkt und Motor unserer gemeinsamen Arbeit ist die Organisation und die Durchführung des inzwischen international renommierten Fusion Festivals. Darüberhinaus realisieren wir auch andere Projekte, wie z.B. das at.tension Festival, ein zweijährig stattfindendes, interdisziplinäres Theaterfestival oder den Bau und die Konzeption eines Seminarhauses. Unser sicher umfangreichstes Vorhaben ist die Konversion des inzwischen über 100 ha großen Vereinsgeländes mit seinen grasbewachsenen ehemaligen Flugzeughangars von einer Militärbrache hin zu einem einmaligen Kulturgelände mit unzähligen Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten.

Unsere utopischen Ideen sind in den vergangenen 20 Jahren auf dem Boden der Realität gelandet. Wir experimentieren, probieren, diskutieren, verändern und machen und sind so der Verwirklichung unserer Vorstellungen von Leben, Individuum und Gemeinschaft auf anderen Wegen als den typisch gesellschaftlich vorgelebten ein ganzes Stück näher gekommen. Einen unersätzlichen Anteil an diesem Gelingen geben unsere meist wunderbaren Gäste und leidenschaftlichen Sympathisant:innen und Supporter:innen mit dazu.

Selbst-bestimmtes Leben

Ideologisch gemeinsames Ziel unseres Handelns ist der Versuch, unserem Ideal von einem selbst- bestimmten Leben, abseits kapitalistischer Zwänge und Verwertungsinteressen, weitestgehend nahe zu kommen und Utopien für uns und andere im Hier und Jetzt erlebbar und im Modellversuch realisierbar zu machen. Ein hoher Anspruch, der sich immer wieder an unseren Widersprüchlichkeiten und Unfähigkeiten abarbeitet, aber uns trotzdem gemeinsam weiter vorantreibt.

Zeitspenden, Fördergelder und dialektische Widersprüche

Generell wird der Verein nicht durch öffentliche Gelder oder Förderungen jedweder Art finanziert. Das macht uns unabhängig und ist etwas, worauf wir auch etwas stolz sind.

Lediglich für Veranstaltungen im Bereich Theater/Performance, besonders zu den Anfängen der Fusion Ender der 90iger und mit dem Start des at.tension-Festivals 2006-2007, wurde der Kulturkosmos in meist bescheidenem Maße durch Bund, Land, Kreis und Gemeinden gefördert.

2006 hat der Verein erstmalig eine Förderung über zwei Jahre durch den Fonds Neuer Länder der Bundeskulturstiftung erhalten. Diese 50 000,- € wurden zum Aufbau eines neuen eigenständigen Theaterfestivals genutzt. Das at.tension-Festival war geboren und hatte sich nach den ersten 2 Ausgaben zu einem internationalen Theaterfestival im ländlichen Raum entwickelt, das in kurzer Zeit Anerkennung und viele begeisterte Anhänger:innen gefunden hat.

Das at.tension-Festival hat Dank der Aufbauhilfe der Fördergelder von Bund, Land und Kommune den Start geschafft. Das Festival war aber am Ende nur realisierbar, weil die gesamte Crew und alle Beteiligten Helfer:innen, zum Teil über Wochen, ihre Zeit unentgeltlich dem Projekt gespendet haben und auf das sehr kraftvolle Netzwerk der Fusionaktivist:innen zurückgegriffen werden konnte.

Um die Zukunft dieses Festivals zu sichern und weil wir glauben, dass erst durch die gemeinsame Zeitspende ein egalitäres Kollektiv gefördert wird, haben wir bereits 2008 beschlossen, dieses Prinzip der unentgeltlichen Arbeit zur Grundlage der Mitarbeit und zum Anspruch an alle beteiligten Helfer:innen und Mitarbeiter:innen zu machen. Dieser Anspruch an die zukünftigen at.tension-Festivals umfasst nicht nur ein internationales, spannendes und vielfältiges Festival an einem ungewöhnlichen Ort, mit einem außergewöhnlichen Publikum. - Es geht auch um den gruppendynamischen Prozess, der sich entwickelt, wenn alle Beteiligten auf gleicher Ebene an einem Strang ziehen. Gerade darin entsteht die Bewegung, die Großartiges vollbringen kann. Ein kollektiver Prozess, wie er in etablierten, hierarchisch strukturierten und fördergeldabhängigen Kulturprojekten niemals entstehen wird.

Für den Verein stellte sich im Zuge der Förderanträge und –abrechnungen schnell grundsätzlich die Frage, ob so ein Subventionskind wie das at.tension Festival weiterhin abhängig vom Gutdünken und der finanziellen Förderung der öffentlichen Hand gehalten werden sollte, oder ob wir die Verantwortung selbst übernehmen können und Wege finden, dieses Festival vollständig aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Neben dem großen Arbeitsaufwand, der mit Förderanträgen einhergeht, wollten wir uns auch nicht durch Förderrichtlinien vorschreiben lassen, aus welchen Ländern oder zu welchen Themen wir unser Programm gestalten, oder welche Kooperationen wir forcieren und ausbauen, nur weil dies gerade europapolitisch opportun ist, oder bundespolitischen Förderschwerpunkten entspricht.

Allerdings haben auch wir keinen Gelddruckmaschine und auch unsere Einnahmen durch das Fusions Festival sind limitiert, insbesondere seit wir 2010 erstmals die Tickets begrenzt haben und es somit kein Besucherwachstum mehr gibt. Wenn wir in den letzten Jahren immer wieder –schweren Herzens und oftmals etwas zu spät- die Eintrittspreise für das Fusion-Festival erhöhen mussten, dann vor allem deshalb, weil wir nur so die Gesamtausgaben des Vereins mit all den wichtigen Projekten decken können.

Dank des Vereinsbeschluss, das at-tension-Festival mit einer festen Summe zu unterstützen, ist es uns gelungen, die at.tension seit 2006 zweijährig stattfinden zu lassen.

Zweifellos sind wir in einer, im Vergleich mit den meisten Kulturprojekten, privilegierten Situation, denn wir gehören zu den Ausnahmeprojekten in dieser Republik, die nicht in Abhängigkeit an Fördertöpfen hängen und die völlig unabhängig schalten und walten können. Diese Position wollen wir uns auch erhalten und nach Möglichkeit weiter ausbauen. Darum finanzieren wir das at.tension-Festival selbst und verzichten auf Fremdmittel. Um als Beispiel die at.tension 2013 zu nehmen: Das Gesamtbudget war 395.000€, der Kulturkosmos hat 90.000€ zum Festival beigetragen, der Rest der Kosten wurde aus Eintrittsgelder und natürlich wieder der ehrenamtlichen Mitarbeit der vielen Mitwirkenden bestritten.

Wir haben unsere inhaltliche Kritik am Verfahren der Kulturförderung der Bundeskulturstiftung direkt mitgeteilt; das Verfahren der Förderabrechnungen wurde dann 2010 dank unserer Ausführungen vereinfacht.

Bei aller Kritik, die wir im Kontext Kulturförderung äußern können, möchten wir dem Fonds Neuer Länder, dem Kultusministerium MV, dem Landkreis Müritz sowie den Gemeinden für ihre Unterstützung danken. Wenn wir in den vergangenen Jahren nicht gefördert worden wären, hätten wir die Herausforderung eines eigenständigen Theaterfestivals zur der damaligen Zeit nicht aufgenommen und die vielschichtigen Potentiale dieses Projektes womöglich langfristig verkannt. Auch in Zukunft wird es im Kulturkosmos neue und spannende Projekte geben, die finanzielle Förderung von außen benötigen. Hier sind alle potenziellen Geldgeber:innen aufgefordert, diese Initiativen und Projekte bestmöglich zu unterstützen.

Ehrenamt vs. Lohnarbeit

Unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements wurden zum Aufbau des Kulturkosmos und zur Organisation der Festivals geleistet. Viele Sympathisant:innen und Unterstützer:innen haben in all den Jahren am Aufbau des Kulturkosmos mitgewirkt. Ein Großteil der örtlichen Jugend ist durch Mitarbeit und durch das Festival selbst in ihrer Sozialisation geprägt worden. Jährlich wird Ende Juni, zur Vorbereitung des Festivals, von mehr als 1000 Helfer:innen eine unglaubliche Dynamik in Gang gesetzt, in deren Verlauf Wahnsinniges geleistet und Großartiges geschaffen wird. Während des Festivals sind dann in etwa 7000 Aktivist:innen am Start. Die Erfolgsgeschichte des Kulturkosmos ist somit ein Verdienst all derer, die in den ganzen Jahren mit angepackt und aktiv zur Entwicklung beigetragen haben. Das Fusion-Festival wird inzwischen von einem Netzwerk von fast 200 selbständig handelnden Gruppen getragen, die in verschiedensten Bereichen mitwirken und über eine finanzielle Gratifikation der geleisteten Arbeit, kollektiv ihre eigenen kulturellen oder politischen Projekte unterstützen. Hier entstehen nicht nur finanzielle Synergieeffekte, hier entstehen auch überregionale Strukturen und Netzwerke, die dann z.B. bei der Realisierung des at.tension-Festivals, bei Jugendarbeit und den Aktivitäten der assoziierten Gruppen zum Tragen kommen.

Weil das Projekt in den vergangenen Jahren so unglaublich gewachsen ist, und sich auch die Lebensrealitäten vieler Kulturkosmonaut:innen verändert haben, wäre ein Betrieb auf rein ehrenamtlicher Basis, heute nicht mehr denkbar. Die Grundphilosophie, dass jedeR nur das macht was sie/er leisten kann und alles weitere entweder liegen bleibt oder von anderen erledigt werden muss, hat immer noch Gültigkeit für alle Ehrenamtlichen im Verein. Aber die Realität sieht so aus, dass es endlos Vieles gibt, was nicht mehr durch ehrenamtliches Engagement geleistet werden kann, aber auch nicht liegen bleiben darf. Darum beschäftigt der Verein inzwischen über 30 feste Mitarbeiter:innen, die zu einem großen Teil aus der Region kommen und all die Aufgaben übernehmen, die durch die Vereinsmitglieder und ehrenamtliche Unterstützer:innen nicht mehr erbracht werden können. Dies sind vor allem der Ausbau, die Pflege und der Erhalt des großen Vereinsgeländes, Gartenbau sowie Baumaßnahmen an einem im Bau befindlichen Gäste- und Seminarhauses, sowie die Buchhaltung und umfangreiche organisatorische Aufgaben bei der Festivalplanung. Das Fusion Festival ist beispielsweise eins der wenigen großen Festivals weltweit, das sein Ticketing immer noch in Eigenregie durchführt. Dafür hat der Verein ein Ticketing-Büro in Berlin aufgebaut, in dem das ganze Jahr über zum Teil Angestellte, zum Teil Vereinsmitglieder arbeiten und eigene Lösungen für die logistische Herausforderung des Versendens und Verwaltens der Tickets finden.

Seit 2013 hat sich der Verein nach langer Diskussion entschlossen, nicht mehr ausschließlich ehrenamtlich zu arbeiten, sondern auch in Ausnahmefällen Vereinsmitglieder anzustellen oder Angestellte mit in den Verein zu nehmen. Trotzdem bleibt es unser erklärtes Ziel, weiterhin eine autarke Arbeitsatmosphäre der Freiwilligkeit und Gemeinnützigkeit zu erhalten.

Diese Lohnarbeitsverhältnisse sind wohl einer unserer projektimmanenten Widersprüche, aber gleichzeitig auch ein Teil des Erfolgs und unserer Anerkennung in der Region.

Die Geschichte

Wir verzichten an dieser Stelle auf eine Selbstdarstellung zugunsten eines Auszugs aus einem Buch von Johanna Ickert über den Kulturkosmos.

Sie beschreibt darin die Frühgeschichte des Projektes in de 90er Jahren.

Das Projekt U-Site

Der Kulturkosmos Müritz e.V. ist Mitte der 90er Jahre aus einer Gruppe von zumeist Hamburger Künstlern und Kulturschaffenden hervorgegangen. Die Gruppe nannte sich zunächst „U-Site“ (Underground Ort/Platz) und organisierte ab 1993 an meist entlegenen Orten Kulturevents. Kennzeichen der gemeinschaftlich organisierten Veranstaltungen war ihr nicht-kommerzieller Charakter und die breit gefasste, inhaltliche Ausrichtung, die Raum für verschiedenste Genres aus den Bereichen Musik, Theater und Performance bot. Übergeordnetes Ziel der Gruppe war es, einen Gegenpol zur zunehmenden Kommerzialisierung bisheriger alternativer Kulturformen (wie z.B. Techno-Kultur) zu etablieren. Die Kritik der Gruppe an dem gängigen Kulturbetrieb wird auf www.u-site.de folgendermaßen formuliert: „…Konkurrenz, Ausgrenzung, Kommerzialisierung und Vereinsamung bestimmen zunehmend das Bild. Verworfen werden dabei Solidarität und soziales Handeln, Arbeit aus anderen als finanziellen Motiven, aber auch Inhalte wie schlecht zu vermarktende Bereiche von Kunst und Kultur. Hiervon sind weder Subkultur noch der Bereich "elektronische Musik" und sein Umfeld ausgenommen.“

Dementsprechend wollte die Gruppe von ihrer Programmatik her sowohl unkommerzielle Veranstaltungen schaffen, die von Vielen gemeinsam und in Eigenverantwortung getragen werden sowie verschiedene Kunstformen, Subkulturen und Szenen zusammenführen. Dadurch sollte (Sub-)Kultur in den öffentlichen Raum getragen und Freiräume nutzbar gemacht werden. Die Einbeziehung von politischen und sozialen Themen sollte die Entwicklung einer kritischen Öffentlichkeit fördern (ebd.). (…)

Den U-Site Akteuren ging es schon in der Frühphase ihrer Kooperation um eine Toleranzsteigerung und die Ausflaggung von kultureller Heterogenität. Durch ihre Aktionen wollten sie gemeinsame Räume für Wahrnehmung, Kognition sowie kreative Formen vernetzten Handelns und Lernens schaffen. Den Rahmen hierfür sollte die gezielte Aneignung von ungenutzten Räumen in Verbindung mit Musik aus unterschiedlichen Richtungen als auch installativer Gestaltungskunst und Theater-Performances bieten. In diesem Kontext sollte anderen Künstlern und Kulturschaffenden unabhängig von ihrem kommerziellen Erfolg ein Forum zur Präsentation ihrer Arbeit geboten werden. Die Zusammenführung von verschiedenen Subkulturen, so heißt es in der Selbstdarstellung der Gruppe, sollte den Blick für „Neues und Unbekanntes“ öffnen und „Denkanstöße und Kreativität über enge Genregrenzen hinwegtragen“ (ebd.). Mit der bewusst unkonventionellen Gestaltung der Veranstaltungen sollte sich mit der Zeit ein spezifisches Milieu herauskristallisieren. Es ging dabei nicht nur um Fragen der politischen oder ästhetischen Natur der Veranstaltungen, sondern auch um solche des Zugangs und der Aufnahme von Milieuwissen. Werbung für die halblegalen oder illegalen, an unüblichen Orten veranstalteten Events wurde prinzipiell abgelehnt; Informationen wurden lediglich über Mundpropaganda oder selten über Mikromedien wie Flyer kommuniziert.

Die U-Site Akteure suchten vornehmlich ungewöhnliche Orte mit einer besonderen Atmosphäre auf, die durch ihre kulturelle Konversion eine räumlich-symbolische Abgrenzung zur Mainstreamkultur darstellten. Meist handelte es sich um ungenutzte, verlassene Orte, die durch den Niedergang von Schlüsselindustrien im Zuge der ostdeutschen Transformation aufgelassen wurden. Aber nicht nur leerstehende Militär- oder Fabrikgebäude wurden zu „U-Sites“ (Undergrund-Plätzen), auch Waldlichtungen, der Strand des Ostseebads Prora etc. reizten die Gruppe zu inoffiziellen, meist mit äußerst geringen Mitteln realisierten Aneignungen. Das Risiko der Illegalität mitsamt den in den Räumen vorherrschenden Sicherheitsrisiken wurde in Kauf genommen und war Mitbestandteil der Inszenierung.

Bei der Wahl der Orte ging es allerdings weniger um eine Auseinandersetzung mit deren Geschichte, sondern vielmehr um die Chance auf subjektive Aneignung. Es ging folglich darum, das Verständnis eines Ortes frei und individuell erfahrbar zu machen es ging um „Feiern in den Ruinen des Vorhergegangenen“

Einen solchen Ort der Ruinen fand die Gruppe dann letztendlich auf dem Flugplatz in Lärz. (…)

Erste Veranstaltungen auf dem Flugplatz

1996 war die Gruppe im Landkreis Müritz unterwegs und entdeckte das seit mehreren Jahren brachliegenden Gelände auf dem ehem. Militärflugplatz bei Lärz mehr oder weniger zufällig.

Obwohl die Gruppe nicht auf der Suche nach einem festen Standort war, sondern, stets nach einer Bespielung neuer Orte suchte, waren die Mitglieder beeindruckt von den Möglichkeiten, die das Gelände bot: „Wir hatten da einen Ort gefunden, der uns plötzlich Möglichkeiten eröffnet hat, die dann wiederum die Phantasie beflügelt haben. Erst der Standort hat dann auch die Richtung vorgegeben, oder vielmehr die Option, dort ein Festival zu realisieren.“ Der Flugplatz erschien der Gruppe optimal für die Entwicklung einer kontinuierlichen, jährlich stattfindenden, größeren Veranstaltung: „(...) wir haben da von Anfang an gesagt, dass das etwas werden soll, das sich kontinuierlich, langsam und aus sich selbst heraus entwickelt.“ Die Anfrage, ob man das 50 Hektar große Gelände mit 12 Hangars, einer Landebahn und kleinen Waldstücken vom Bundesvermögensamt für einen Monat im Sommer pachten könne, fiel positiv aus. Auch von Seiten der Verwaltung und des Ordnungsamtes gab es prinzipiell keine größeren Bedenken.

Nachdem die Gruppe die Genehmigung erhalten hatte, fand im Sommer 1996 das erste „U-Site-Gathering“ mit rund 800 Gästen statt. Wie bei den anderen Veranstaltungen waren auch hier überwiegend Freunde, Bekannte und Akteure des U-Site-Netzwerkes aus Hamburg und Berlin anwesend. Die Bewohner wussten aufgrund fehlender Werbung nichts von der Veranstaltung und wurden bis auf solche „die die Antenne dran hatten“ nicht in das Milieu und deren Veranstaltung integriert.

Nach der ersten Veranstaltung fand ein Gespräch mit dem Amtsleiter statt, bei dem gemeinsam eruiert wurde, ob man das Festival fortsetzt oder nicht: „(...) das war ungewöhnlich für sie, dass jemand eine Veranstaltung machen wollte, ohne das ganze aktiv zu bewerben, aber es wurde nicht als ausgrenzend empfunden, sondern eher als unbekanntes Konzept, um Veranstaltungen zu machen.“

Placemaking als Ausgangspunkt für neue Gruppenformierungen

Nach den Verhandlungen mit den örtlichen Behörden stand fest, dass die Gruppe einmal jährlich ein Festival auf dem Gelände organisieren kann. So fiel 1997 der Startschuss für die erste „Fusion“.. Bis 1999 lebten die Gruppenmitglieder der U-Site noch in Hamburg, Berlin und Leipzig und kamen im Sommer jeweils für 4 Wochen auf das Gelände. Dafür transportierten sie alle für das Festival notwendigen Materialien nach Lärz „Die Gruppe hat alles umsonst gemacht. Weder für künstlerische Leistungen noch für andere Leistungen gab es irgendwas ausbezahlt.(…)“ Auch in der U-Site Selbstdarstellung ist festgehalten, dass das Handlungspotential des Kollektivs aus der Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit erwächst. Dort heißt es: „Die U-Site arbeitet als Kollektiv, in das unterschiedlichste Menschen ihre Arbeit und ihre Fähigkeiten einbringen. Nur ihr freiwilliger und unbezahlter Einsatz macht ein solches Projekt möglich.“ (…) Recht schnell kam die Frage auf, ob man das Gelände nicht langfristiger nutzen, und es dementsprechend anstelle von 4 Wochen im Sommer nicht halb- bzw. ganzjährig pachten solle. Mit dem Engagement auf dem Gelände ging der Wunsch einher, sich unter gesicherten Bedingungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung anzusiedeln. Die Gruppe hatte ein Höchstmaß an Energie investiert: Da das Gelände anfangs kaum zu bewirtschaften war, mussten zunächst die Reste des Flughafenbetriebs entfernt werden: „Da lagen ja tonnenweise Stahlseile, Betonklötze und so rum (...), es war schon mühsam, diese Flächen überhaupt mähbar zu machen.“ Zudem mussten Wasser und Abwasserleitungen gelegt werden, und das alte Kommandanturgebäude instand gesetzt werden. Vor allem aber hatte die Gruppe begonnen, die Gebäude als auch die 12 Hangars auszubauen und in aufwendigen Prozessen künstlerisch zu gestalten. 1999 beschloss man die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Kulturkosmos Müritz e.V.“ und konnte die Verlängerung des Pachtvertrages auf ein Jahr durchsetzen.

Mit dem Erlangen des Pachtvertrages wurde aus dem Arbeitsprojekt auch ein Wohnprojekt. Einige Mitglieder der Gruppe, die vorher nur temporär in Lärz in den Monaten rund um das Festival lebten, zogen auf das Gelände. Schnell entstand der Wunsch, zur vollständigen Absicherung das Gelände zu kaufen: „(...) der Bund hat uns nur einjährige Pachtverträge gemacht. Das war dann so von wegen „da kann morgen einer kommen und dann sind wir trotz allem, was wir hier gemacht haben, weg“. Es war also ein Muss, damit das hier nicht alles den Bach runter geht.“ (…)

Zunehmende Professionalisierung

In den folgenden Jahren änderte sich das Organisationsprinzip der Gruppe im Sinne einer kontinuierlichen Professionalisierung. (…) So herrschte zu Beginn bspw. noch ein recht lockerer Umgang mit den Finanzen „(...) wir haben die ganzen ersten Jahre nie irgendwelche Finanzpläne und Budgets gemacht. Sondern mehr nach dem Motto „soundsoviel haben wir, jetzt ist nichts mehr da, jetzt können wir nichts mehr buchen. (...) Wir haben immer das gemacht, wo wir Bock drauf hatten. Klar mussten wir uns auch manchmal einschränken, aber wir haben das nie anhand irgendwelcher Finanzpläne gemacht.“ Obwohl von den Akteuren des Kulturkosmos immer wieder betont wird, dass es sich bei dem Wachstum des Festivals immer um ein „organisches Wachstum“ handelte, zählte bereits die Fusion 2007 trotz fehlender Werbung 36.000 Besucher. Trotz eines fehlenden Masterplans hat sich das Festival kontinuierlich aus sich selbst heraus entwickelt. Es stiegen aber nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch das Gelände wurde weiter ausgebaut und das Angebotsspektrum wurde vielfältiger und anspruchsvoller. So wurde bspw. der Bereich Theater stetig erweitert, bis hin zu der Etablierung des eigenständigen, internationalen Theaterfestivals „at.tension“. (…)

Der Konflikt um den Geländekauf als Spiegel der Entwicklung des Verhältnisses zu den Bewohnern

1999 entschloss sich die Gruppe dazu, einen Kaufantrag für den vollständigen Erwerb des Geländes zu stellen. In der lokalen Öffentlichkeit provozierte dieser Antrag einen umfassenden, äußerst bewegten Diskurs zu der Frage, welche Auswirkungen ein Geländekauf seitens des Kulturkosmos auf die Region haben könne. Die Auseinandersetzung gewann bei großer Aufmerksamkeit der Lokalpresse schnell an Eigendynamik: Der örtliche Regionalanzeiger druckte in regelmäßigen Abständen Leserbriefe von Bewohnern der Orte Rechlin und Lärz, die innerhalb der 2 Jahre andauernden Auseinandersetzung zu einem zugespitzten Schlagabtausch gediehen. Die Lärzer Gemeindevertretung hatte sich als erstes für den Geländekauf entschlossen, der Bürgermeister aus Rechlin, Olaf Bauer, setzte sich jedoch zum Ziel, die Unterbindung des Vorhabens „als Schwerpunktthema seiner Bürgermeister-Karriere“ auszuerkehren.

Die Debatte um den Geländekauf wurde dabei recht schnell zu einem Synonym für allgemeine Fragen rund um die Zukunft der Region. So wurde von vielen Seiten kritisiert, dass das Fusion-Festival das Wohl und die Entwicklung der Müritz-Region existentiell gefährden könne. Der Protest einiger Bürger gegen den Geländekauf hörte sich zum Teil folgendermaßen an: „Bürger Rechlins, wacht endlich auf! Es betrifft nicht nur die anderen, es geht uns alle an! Lasst nicht zu, dass Teile des Lärzer Flughafen an Betreiber einer drogenträchtigen Großveranstaltung verkauft werden! Es geht um unsere Kinder, es geht um unser aller Existenz, um die Schönheit unserer Gegend und um den Ruf unseres Gebietes!“ (Regionalanzeiger vom Oktober 2001: 10).

Die Bedrohung durch den Geländekauf des Kulturkosmos wurde zudem durch den Tourismusverbands der Mecklenburgischen Seenplatte unterstrichen. Dieser nannte vor allem die schädigende Auswirkung des Festivals auf die noch junge Tourismuswirtschaft als zentrales Argument. So hieß es, das Festival würde viele Touristen aufgrund des damit verbundenen Lärms verärgern. Der Ruf der Region als „Südliches Eingangstor des Müritz Nationalparks“ stünde somit in Gefahr. Dieser Imageverlust würde sich fatal auf die Tourismusentwicklung und damit auf die Regionalentwicklung insgesamt auswirken. Die Tatsache, dass Investoren der Region wie Hotels, die Klinik Retzow und Feriendörfer sich zurückziehen würden und Touristen bereits Schadenersatz gefordert hätten, seien erste Beweise (ebd: 9). In der Ostseezeitung hieß es „(...) ein zufriedener Urlauber wird drei weiteren Personen davon erzählen, ein verärgerter jedoch 18 vor so einem Urlaub warnen“. Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass sich, wie oben bereits angedeutet, der Drogenkonsum- und Handel negativ auf den Tourismus, vor allem aber auf die örtliche Jugend auswirken würde (Ostseezeitung vom 25.10.2001). Ein weiteres Argument lag darin begründet, dass der Kulturkosmos für den Geländekauf und die Kampfmittelbeseitigung rund 1,5 Mio. Euro zahlen müsse und deshalb gezwungen sei, über die Ausweitung der Fusion die Schulden zu tilgen. Wenn der Kulturkosmos erst einmal die Liegenschaft vom Bundesvermögensamt erworben habe, so hieß es, würde er keine Rücksicht mehr auf die Gemeinde nehmen müssen. Der Verein hatte zwar angegeben, sich an eine Lärmobergrenze zu halten und auch eine erklärte Selbstbeschränkung abgegeben, dass die Fusion die einzige Großveranstaltung sei, dies wurde jedoch von einigen Bürgern stark angezweifelt. Dass der Verein der Region „nichts bringen“ würde, da er aufgrund seiner Gemeinnützigkeit keine Steuern zahle und zudem aller Wahrscheinlichkeit nach keine Arbeitsplätze schaffe, war ein weiterer Punkt. (vgl. Regionalanzeiger vom November 2000: 5ff.).

Vor allem aber gab es abweichende Vorstellungen davon, was unter „Kultur“ zu verstehen sei. So hieß es in einem offenen Brief an den Kulturkosmos, dass es sich bei den Vereinsmitgliedern um „Chaoten mit Chaosveranstaltungen“ handeln würde, die „unter dem Deckmäntelchen der Kultur Profil und Profit suchen“. Die ursprünglichen Intentionen des Vereins, gegen eine rein kapitalistische Verwertung von Kunst und Kultur anzugehen, wurde also im Kern angefochten (Neue Mirower Zeitung vom 27.10.2001).

Von anderer Seite wurde aber auch Kompromissbereitschaft signalisiert. So plädierte bspw. ein Bewohner des Ortes Vietzen dafür, dass der Kulturkosmos die Fläche weiterhin pachten solle, damit die Gemeinde Einfluss auf die Veranstaltungen nehmen könne. Hierbei wurde auch auf die Möglichkeiten der Kooperationen hingewiesen: „Warum finden bspw. die Gemeinde, die Tourismusbranche, die mittelständischen Betriebe der Region und der Verein Kulturkosmos nicht einen gemeinsamen Ansatzpunkt, die Fläche gemeinsam zu vermarkten und nach dem Motto „Die Jugend baut mit“ in vielfältiger Weise die vorhandenen Hangars themengerecht umzubauen, einzurichten und gemeinsam zu nutzen?“ Hierdurch, so wurde argumentiert, könne sich eine breit gefächerte Berufs- und Freizeitlandschaft ergeben, die zwar viel Zeit, Engagement und auch Geld beanspruchen würde, der Region aber mehr Nutzen brächte als eine einseitig ausgerichtete Großveranstaltung „von der tausende Partypilgerer profitieren, den Anwohnern und vielen Gästen aber die Ohren dröhnen.“ (Regionalanzeiger vom Oktober 2001: 12)

Die Unterstützer des Vereins, wie anfangs noch der Lärzer Bürgermeister Hartmut Lehmann, meinten, dass man dem Kulturkosmos in jedem Falle Vertrauen schenken könne. Unternehmen, die auf dem Gelände tätig waren, hätten demnach stets einen positiven Eindruck gehabt: Versprechen seien eingehalten worden, Rechnungen pünktlich gezahlt worden etc. Zudem habe es positive Aussagen des Kulturministeriums in Schwerin, des Jugendamtes des Landkreises und des Schulverwaltungs- und Kulturamtes des Landkreis Müritz gegeben. Außerdem unterstrich er: „Nur in einer Vielfalt der Kulturen kann jeder sein Klientel entdecken. (...) Betrachtungsweisen der Generationen und auch zwischen Jung und Alt sind zu berücksichtigen. So wie die Alten mit Blasmusik und Klassik leben, muss auch Pop und Techno seinen Platz haben“. Bezüglich der Drogenproblematik gab er an, dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, und nicht durch ein Verbot der Fusion behoben werden könne (ebd.: 8).

Auch der Aspekt der demographischen Entwicklung in der Region wurde erwähnt. So hob der Leiter der Jugendherberge von Mirow hervor, dass es wichtig sei, Begegnungsstätten für die Jugendlichen zu schaffen, um der Schrumpfung entgegenzuwirken. Jugendliche hätten zu wenig Platz, um „unter sich“ zu sein (ebd.:11). Man müsse „mit allen Mitteln“ um das kämpfen, was das Leben in der Region „bunter und reicher macht“, und jene unterstützen, die sich zu Initiatoren dessen machen (ebd.).

Der Kulturkosmos reagierte auf die Kritik und die Anregungen der örtlichen Bevölkerung mit kontinuierlich hoher Vermittlungsbereitschaft. So äußerte er sich u.a. im Regionalanzeiger folgendermaßen: „Mag sein, dass dem Denken von Unternehmen oftmals diese Logik unterliegt (...) dass Besitz in simpelster kapitalistischer Logik Macht bedeutet und dass Investitionen Rendite bringen müssen. (...) für unsere Arbeit als gemeinnütziger Verein hat sie jedoch keinen Bestand. (...) für uns als Kulturschaffende hat die Anerkennung und der Respekt der Menschen in unserem Umfeld eine sehr große Bedeutung.“ (ebd.)

In der Stellungnahme wurde zudem wiederholt darauf hingewiesen, dass der Kauf des Geländes einer langfristigen Sicherung des Projektes zugrunde läge. Bezüglich der Auswirkungen auf den Tourismus betonten die Akteure des Kulturkosmos, dass das Festival „zu einer kulturellen Belebung der Region führen kann. (...) die Festivalgäste [von denen viele mehrere Tage vor und nach dem Festival in der Region bleiben] sind bereits potentielle Touristen von morgen.“ Zudem forderten sie auf, sich einem „ehrlichen und konstruktiven Dialog über den Kulturkosmos und den Chancen einer kulturellen Belebung der Region nicht zu verschließen.“

In einer endgültigen Abstimmung im Jahr 2001 wurde dem Kulturkosmos der Kauf des Geländes schließlich zugebilligt. Rückblickend kann man festzustellen, dass sich im Kontext des diskursiven Prozesses nachhaltige Änderungen in der Handlungsorientierung der Beteiligten ergeben haben: So reflektierten sowohl die Akteure des Kulturkosmos als auch die Bewohner der Region ihr gemeinsames Verhältnis und das zur Region im Zuge der Debatte grundlegend. (…) Der Kulturkosmos betrachtete in diesem Kontext seine Rolle für die Jugendlichen in der Region als auch seine Möglichkeiten der kulturellen Impulssetzung als seine wesentlichen Entwicklungspotentiale. Dies bot für die Mitglieder den Anlass, weitere handlungspraktische Rahmenbedingungen für kollektive Lernprozesse und Interaktion zu schaffen. Dazu zählte einerseits die Schaffung von Gelegenheiten der Kommunikation: So lud der Kulturkosmos zu einem Tag der offenen Tür ein, um mit allen Beteiligten Fragen und Streitpunkte zu erörtern. Aber auch in der nachfolgenden Zeit organisierte er in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen zur beidseitigen Integration. Hierzu zählten sowohl lokalhistorisch ausgerichtete Treffen (z.B. zum Gedenken an den GUS-Truppenabzug, eine Ausstellung über die Opfer der KZ-Nebenstelle von Ravensbrück in Retzow), Kinoabende, Benefizkonzerte zur Unterstützung von Jugendkulturprojekten in der Region u.v.m.. Dadurch wurden überschaubare Foren der Begegnung geschaffen, die durch ihre bewusste Ansprache lokaler Belange für aufgeschlossene (auch nicht-jugendliche) Bewohner der Region attraktiv waren. (…)

Folgende weitere Gründe sind dafür verantwortlich, dass sich das Verhältnis zwischen Kulturkosmos-Akteuren und den Bewohnern der Region gefestigt hat: Über die Jahre haben sich das Fusion-Festival und schließlich auch das Theater-Festival „at.tension“ zu den kulturellen Großereignissen in der Region entwickelt. Der Grund für die zunehmende Akzeptanz geht also auch maßgeblich mit den enormen regionalwirtschaftlichen Erfolgen (vor allem des Fusion-Festivals) einher: Die Hotels sind ausgebucht, das Supermarktgeschäft floriert, von den Gästen bleiben viele für einen längeren Zeitraum in der Region. Trotz der anfänglichen Konkurrenzbeziehungen bzw. fehlendem Vertrauen sind im Laufe der Zeit feste Bündnisse und auch unternehmerische Innovationen entstanden. So bietet zum Beispiel die Mirower Kanustation Rabatte an, wenn man ein Festivalticket vorzeigt, Bewohner bieten alternativ zum Busverkehr einen Shuttle-Transfer zum Festivalgelände an etc. (…)

DIE DUNKLE GESCHICHTE DES FLUGPLATZES LÄRZ

Wider das Vergessen. Ein Blick in die Vergangenheit und wir sehen unseren Flugplatz inmitten einer Geschichte menschlicher Grausamkeit. Die Müritz-Region wurde bereits mit Ausbruch des 1.Weltkriegs zum militärischen Kerngebiet aufgebaut, später entsteht auf dem Flugplatz die größte Erprobungsstelle der Luftwaffe des Dritten Reichs. Die Nazis errichten hier ihr operatives Zentrum militärischer Aufrüstung, ihre „Waffenschmiede der Luftwaffe“. Das Nebenlager des Frauen-KZ Ravensbrück lag nur wenige Kilomenter entfernt; Häftlinge aus dem KZ wurden von Juli 1944 bis zum Mai 1945 gezwungen, hier zu arbeiten. Unzählige Menschen fanden hier den Tod.

Diese regionale Geschichte ist unsichtbar geworden - oder geblieben? Im Auftrag des antifaschistischen Kreisverbandes ist 1998 ein gut recherchiertes Buch in 1.Auflage entstanden, das wir Euch hier frei zugänglich machen wollen. Ansonsten in Druckform erhältlich für 5 Euro (zzgl.1 Euro Porto). Schreibt eine mail an: mail@kulturkosmos.de



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Jugendarbeit

Der Einfluss von Kultur auf gesellschaftliche Auseinandersetzungen und auf die Sozialisation von Jugendlichen ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit, der für alle Projekte des Kulturkosmos Müritz e.V. von großer Bedeutung ist. Durch seine Arbeit will der Kulturkosmos Denkanstöße geben und Möglichkeiten für die Konfrontation mit Neuem und Unbekanntem schaffen. Durch integrative Einbindung von Jugendlichen in die kulturellen Aktivitäten sollen Toleranz und Weltoffenheit gebildet und befördert werden. Die Sozialisation von Jugendlichen, in der, neben Familie und Schule, die Freizeitgestaltung die wohl wichtigste Rolle spielt, ist abhängig von Vorbildern, Idealen und dem Erlebnisspektrum in ihrem Alltag. Weltbilder werden geprägt durch Information, Wahrnehmung und Kommunikation.

Der Verein will dem Rechnung tragen und bietet auf dem Kulturkosmos-Gelände neben den über die Veranstaltungen vermittelten Erfahrungen Raum für verschiedene Jugend-Aktivitäten. Es finden jedes Jahr mehrere Jugendcamps statt, z.B. das Jugendtheatercamp, das sich kontinuierlich mit gesellschaftsrelevanten Themen beschäftigt und Jugendlichen aus verschiedenen Ländern und Lebensrealitäten eine kreative Auseinandersetzung mit aktuellen Themen ermöglicht.

Jugendcamps

In den Frühlings- und Sommermonaten werden auf dem Vereinsgelände verschiedene Jugendcamps zu kulturellen und gesellschaftspolitischen Schwerpunkten vom Kulturkosmos selbst oder eigenständigen Trägern durchgeführt.

JUGENDTHEATERCAMP - ART CAMP
Seit 2008 veranstaltet der Kulturkosmos Müritz e.V. Theatercamps in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und unter tatkräftige Unterstützung von Kulturkosmonauten:innen, die während des Camps die jugendlichen Teilnehmer:innen betreuen und verköstigen.

Auf Teilen des Vereinsgeländes wird in den Sommerferien neun Tage lang gecampt und geprobt, werden Kostüme und Masken gebastelt. Auch die notwendigen Bühnenbilder werden gemeinsam angefertigt. Einen Großteil der Zeit verbringen die Jugendlichen bei den Theaterproben, die als Höhepunkt mit der Schlussinszenierung vor einem öffentlichen Publikum enden. Als Rahmenprogramm stehen Badeausflüge zum vereinseigenen See, eine Nachtwanderung, Kino, Karaoke-Abende sowie Grillen am Lagerfeuer auf dem Plan.

Die anspruchsvollen Theaterstücke begeisterten neben Eltern und Verwandten auch Theaterinteressierte aus der Region sowie Jugendliche der anderen Jugendcamps, die auf dem Gelände zu Gast waren.

Theatercamps mit Jugendlichen aus der Region

Die Jugendtheatercamps von 2008 bis 2011 wurden durch den Kulturkosmos Müritz e.V. unter der Leitung von zwei Theaterpädagog*innen aus unserem Umfeld, die Jugendämter der Landkreise Müritz (2008-2010) und Mecklenburg-Strelitz (2008), durch RAA MV (2010) sowie durch Spenden und Sponsoren aus der Region finanziert.

2008:    „Animal farm“
            Ein Maskentheaterstück frei nach George Orwell.

2009:    „Auf der Lauer an der Mauer“
            Ein selbstkonzipiertes Theaterstück zum 20. Jahrestages des Mauerfalls.
            Diese Inszenierung wurde ebenfalls bei at.tension#3 vor begeistertem Publikum
            aufgeführt.

2010:    „Zukunft ohne Ende“
            Eine Szenencollage unterschiedlicher Zukuntfsvisionen der jugendlichen
            Teilnehmer:innen spannende Erfahrung für alle Mitwirkende war hierbei
            die Teilnahme beim Festival „Prora 10“ auf Rügen.

2011:    „Geschichten aus dem Neubau“
            Aus der Erlebniswelt der Jugendlichen selbstkonzipiertes, genreübergreifendes
            Stück mit Elementen aus dem Schatten-, Figuren und klassischen Theater.

Internationale Jugendbegegnungen "ART-CAMP"

Seit 2012 wird das Jugendcamp als internationale Jugendbegegnung realisiert. In Zusammenarbeit mit dem Träger SoBi (Soziale Bildung e.V.) aus Rostock treffen sich seit 2012 jährlich zwischen 50 und 70 Jugendliche aus ganz Europa. Die Umsetzung wird ausschließlich durch Mittel aus dem Förderprogramm Jugend für Europa getragen. Neben der kulturellen Bildung durch praktische Erfahrungen in der Anwendung verschiedener Kunstformen steht die Auseinandersetzung mit Themen der politischen Bildung im Fokus und kennzeichnet die Projekte.

2012: “ Migration - Connecting People - Respect Diversity”: von einem
           internationalen Jugendcamp selbst entwickelte Cross-Media
           Theaterperformance mit selbst erstellten Kurzfilm-Einlagen zum
           Thema Migration, im Bezug zu den eigenen Lebenswelten.

2013: „Soziale Ungleichheit - European Society Between Expectations And
           Reality” Gemeinschaftsprojekt der internationalen Gruppe; in theater-,
           kunst- und medienpädagogischen Workshops entwickeltes Stück über
           die soziale Gerechtigkeit in Europa.

2014: "Same same but different - gender aspects in our life”
          Audiovisuelle Performance zum Thema Gender.

2015:  "Heart, Head, Hand – social and political movements in the EU"
           Das Ergebnis war eine Performance, die an unterschiedlichen Orten auf dem
           Gelände des Kulturkosmos-Müritz e.V. präsentiert wurde.

2016:    "TOP DOWN & BOTTOM UP - communication and political systems"
            Thematisiert wurden Kommunikation und politische Systeme und deren
            Auswirkung auf das Zusammenleben in Gesellschaft. Am Ende wurden die
            Ergebnisse der Auseinandersetzung mit dem Thema in einer
            Schwarzlichttheaterperformance präsentiert.

2017:     "CHANGING THE CHANGE - challenges and pathways to sustainable
            development"
            Im Jahr 2017 werden wieder 70 Jugendliche aus ganz Europa
            zusammenkommen. In diesem Jahr wird sich mit dem Thema von
            Utopien und Dystopie globaler Entwicklungen beschäftigt.


AJUCA


Das AJUCA ist ein alternatives Jugend Camp, das seit Sommer 2005 auf dem Kulturkosmosgelände stattfindet und an dem jährlich circa 300 junge Menschen teilnehmen.
Mit dem Camp wollen die AJUCA-OrganisatorInnen Jugendlichen aus ganz M-V, besonders aus den ländlichen Regionen, eine Alternative zum rechten Mainstream bieten und ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen.

Mach mit!
Das Ajuca Camp freut sich immer über neue Gesichter, spannende Ideen oder einfach kleine Beträge, die das Camp vielfältig machen und kreativ mitgestalten. Wenn Du Interesse hast Dich zu beteiligen, mitzureden und mitzugestalten, dann melde Dich. Auch wenn du noch mehr über das AJUCA und die Idee dahinter erfahren willst, dann schreib ihnen eine Nachricht.
www.ajuca.de

Schulprojekte

THEATERTAGE: theaterpädagogische Workshops im schulischen und außerschulischen Bereich in den Landkreisen Müritz und Mecklenburg-Strelitz

In den Jahren 2009 und 2010 waren unsere Theaterpädagoginnen auch in den Schulen der Region rund um den Sitz des Kulturkosmos tätig, um auch über die Ferien hinaus theaterpädagogische Projekte in den angrenzenden Kommunen durchführen zu können. Angeboten wurden einwöchige Workshops für die Klassenstufen 2-9. Mit den Mitteln von Puppen-, Objekt-, Tanz- oder Maskentheater wurden mit den Schüler:innen verschiedene, oft politische Themen bearbeitet.

Da die finanzielle Beteiligung durch externe Träger sehr zurückhaltend war, wurden die Theatertage zu einem großen Teil durch den Kulturkosmos finanziert. Darüber hinaus bezuschussten die Jugendämter der Landkreise Müritz und Mecklenburg-Strelitz sowie die Heidehof-Stiftung und die Doris Wuppermann Stiftung die Workshops. Auch die Schulen selbst steuerten einen geringen Anteil zur Finanzierung bei.

Wir haben mit folgenden Schulen zusammengearbeitet:

Partnerschulen 2009:

  • Grundschule Rechlin
  • Regionale Schule Rechlin
  • Europa Grundschule Neustrelitz-Kiefernheide
  • Grund- und Regionale Schule Blankensee


Partnerschulen 2010:

  • Freie Grundschule Dambeck
  • Grundschule Rechlin
  • Grund- und Regionale Schule Blankensee

Jugend-Kultur-Förderfonds

Wir haben auf der Grundlage der Gemeinnützigkeit unseres Vereins 2007 einen Spenden-Fonds eingerichtet, um Geld zu sammeln für die finanzielle Unterstützung von Jugendarbeit und kulturellen Projekten in der Region: Den Jugend-Kultur-Förderfonds.

Hintergrund war der Mangel an finanziellen Mitteln, unter dem viele Projekte in MV leiden und der oftmals existenzgefährdend ist. Öffentliche Gelder für Jugendarbeit und Kulturprojekte sind seit Jahren zunehmend schwieriger zu akquirieren und gerade selbstverwaltete Kulturprojekte und Jugendzentren haben oftmals kaum noch Chancen, an die wenigen Fördermittel zu kommen.

Viele dieser regionalen Projekte sind seit Jahren Teil unsere Organisationsstruktur, die gemeinsam das Fusion Festival realisieren. Das Festival hat sich in vielerlei Hinsicht als Hilfsmotor für Projekte und Initiativen im gesamten norddeutschen Raum entwickelt.Unsere Mitstreiter:innen haben durch ihr Engagement die Möglichkeit, finanzielle Mittel zur Sicherung ihrer eigenen Projekte zu erwirtschaften. Inzwischen besteht das Kulturkosmos- Netzwerk aus über 200 Gruppierungen und Projekten. Für viele ist das Festival zu einer existenzsichernden Institution geworden.

Mit dem Förderfonds haben wir ein weiteres Instrument geschaffen, zum Support und Erhalt von linken Strukturen und Projekten in MV und zunehmend auch in Brandenburg. Der Fond sammelt seit 2007 Spenden von Menschen, die bereit sind, Jugend- und Kulturarbeit zu unterstützen. In aller erster Linie sprechen wir gezielt Künstler:innen an, die auf dem Festival spielen und die für die Probleme der Region sensibilisierungsfähig sind und es sich leisten können, ihre Gage in den Fonds zu spenden. Auch alle, die in den vergangen Jahren zu Dauergästen im Festivalprogramm wurden, werden aufgerufen, ihre Gage in den Fonds zu spenden. Neben allen Künstler:innen, die auf der Tanzwüste spielen, haben immer wieder namhafte Acts zugunsten des Fonds auf eine Gage verzichtet. Die Namen der Künstler:innen die gespendet haben, werden im jeweiligen Fusion-Guide veröffentlicht.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle, die in den vergangenen Jahren gespendet haben!

Direkt Spenden

Wer nicht auf der Fusion auftritt, kann natürlich auch direkt Geld für den Jugend Kultur Förderfond spenden. Hierfür gibt es ein eigenes Konto:

Kulturkosmos Müritz e.V.
Kto Nr: 530100940, BLZ 15050100, Müritz Sparkasse
IBAN: DE90150501000530100940
BIC/SWIFT: NOLADE21WRN

Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Was passiert mit dem Geld?

Wir verwalten alle Spenden auf einem separaten Konto. Projekte können Anträge an den Kulturkosmos stellen. Diese müssen zwar schriftlich begründet sein, die Entscheidung erfolgt jedoch recht formlos durch die Vollversammlung des Vereins.

Voraussetzung für eine Förderung furch den Förderfond ist, neben der Gemeinnützigkeit des antragstellenden Projektes, die inhaltliche Ausrichtung auf Jugend- und/oder Kulturarbeit, sowie ein regionaler Wirkungskreis, wobei wir „regional“ inzwischen auch auf den ländlichen Raum in Brandenburg ausgeweitet haben.

Der Kulturkosmos behält sich vor, einen Teil der Gelder (max. 50%) für eigene Projekte im Bereich regionaler Jugendarbeit  zu verwenden. Angesichts fehlender eigener Projekte hat sich diese Option in den vergangenen Jahren allerdings auf die Co-Finanzierung des Jugendtheatercamps reduziert. Somit sind fast alle Spenden an externe Projekte gegangen. Zukünftig gibt es jedoch Pläne, mehr eigene Projekte in Sachen Jugendarbeit zu realisieren.

Projekte, die einen Antrag beim Fond stellen wollen, können dies per Mail an mail(ät)kulturkomos.de senden.

Geförderte Projekte

In den letzten Jahren haben wir folgende Projekte unterstützt:

2016

  • Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. – EUR 1.500,-
    Feministische und antifaschistische Bau- und Begegnungscamps auf dem Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungslagers Uckermark.
    http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/
  • LOBBI e.V. - Mecklenburg Vorpommern – EUR 5.000,-
    Beschallungsanlage für Kundgebungen und Demonstrationen
    http://www.lobbi-mv.de/
  • Initiative Gedenkort KZ Uckermark – EUR 250,-
    Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Befreiung auf dem Gedenkort Uckermark – Aufstellung von Toiletten
    http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/
  • Seeland Medienkooperative e.V. – EUR 1.000,-
    Technische Ausstattung für diverse Workshops für die Bildung der Medienkompetenz bei jungen Menschen
    http://seeland-medienkooperative.org/
  • Jugendalternativzentrum JAZ e.V. Rostock – EUR 3000,-
    begleitete Schwimmkurse für die in Rostock in Gemeinschaftsunterkünften lebenden geflüchteten Frauen und Kinder.
    https://jaz-rostock.de/
  • antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum (apabiz) e.V.
    – EUR 300,-
    Schreibwerkstatt Inforiot
    https://www.apabiz.de/
  • BDP Mecklenburg Vorpommern (Bund Deutscher PfandfinderInnen) / Nö Theater e.V. – EUR 1.500,-
    Kosten für das neue Theaterstück zur Thematik des NSU Prozesses
    http://www.mv.bdp.org/
    http://www.noetheater.de/
  • Demokratisches JugendFORUM Brandenburg (DJB) / Nö Theater e.V.
    – EUR 1.500,-
    Kosten für das neue Theaterstück zur Thematik des NSU Prozesses
    https://www.djb-ev.de/
    http://www.noetheater.de/
  • BiKuT e.V. – EUR 600,-
    20 minütiger Kurzfilm „Kinderspiel"
    http://www.bikut.de

2015 

2014

  • Paktische Pädagogik e.V.. - EUR 4.000,-
    Unterstützung zur Durchführung des Projektes „Mensch Meier“
    https://menschmeier.berlin

  • AJZ Kita Ribnitz-Damgarten e.V. - EUR 2.000,-
    Zum Wiederaufbau des AJZ nach einem Feuerschaden, mutmaßlich entstanden durch Brandstiftung.
    http://ajz-kita.jimdo.com
  • IKuWo Greifswald e. V. // Salon de la Critique - EUR 250,
    -
    Verbotene Filme – eine kritische Auseinandersetzung zum Umgang mit NS-Propagandafilmen. Filmaufführungen, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Einführung.
    http://ino.blogsport.de/2014/10/16/greifswald-salon-de-la-critique-im-wintersemester-201415/
  • Bund Deutscher Pfadfinder_innen Rostock & Initiative QueerFilmFest Rostock - EUR 500,-
    Das QueerFilmFest Rostock findet seit 2009 statt und möchte eine Plattform für queere Filme bieten und zugleich Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung und Beziehungsformen setzen. Das QFF schafft Zugang zu Filmen abseits des cineastischen Mainstream.
    http://www.queerfilmfest.de/

  • St. Pauli Archiv e.V. / Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark und Lagergemeinschaft Ravensbrück - EUR 1000,-
    Dokumentarfilm zum Thema „Ausgrenzung als ‚asozial’ im Nationalsozialismus und ihre Folgen bis heute: Die Geschichte von Maria Potrzeba, ehemaliger Häftling des Jugendkonzentrationslagers Uckermark“
    http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/assets/downloads/berichte/2009_portrait_maria_p.pdf

2013

  • Alternatives Jugendzentrum Neubrandenburg:- EUR 400,-
    Unterstützung der Seminarfahrt des Vereins AJZ NB, deren
    Ziel es war, die Crew des Vereins zu stärken und in ungewohnter Umgebung einen besseren Austausch der Akteure herbei zu führen.
    http://www.stoerungsmeldung.info/ajz/start/
  • Awiro Rostock:- EUR 1500,-
  • Bund Deutscher PfadfinderInnen Landesverband MV: - EUR 500,-
    Für die Durchführung des Queerfilmfests in Rostock

    http://www.queerfilmfest.de/

    http://www.bdp.org/mecklenburg-vorpommern/
  • Break Tribe Music e.V.: - EUR 2000,-
    Zur Umsetzung des Umsonst und Draußen Festivals OBOA im Oderbruch.

    http://www.oboa.de/wordpress/
  • Content e.V.: - EUR 1000,-
    Für die Durchführung eines Wochenseminars mit Kultur- und Medienaktivist_innen aus Tunesien und Ägypten in Tangersdorf (Brandenburg).
    http://kanalb.org/
  • Deutscher Förderverein f. d. Arbeit globaler grüner Bewegungen e.V.: - EUR 1000,-
    Łužyskicamp 2013 - 3. Lausitzer Klima- und Energiecamp, 13.7.13-21.7.13 in Rohne/Rowne (Lau­sitz). Gefördert wurde das Lausitzer Klima- und Energiecamp, das versucht, die vom Tagebau direkt betroffene Bevölkerung in der Lausitz mit Umwelt- und KlimaaktivistInnen zusammenzubringen und einen Ort für kreativen Widerstand,Wissensaustausch und Kultur zu schaffen.
    http://www.lausitzcamp.info/archiv-lausitzcamp/info/
  • Ikuwo Greifswald e.V.:- EUR 800,-
    Am 12.10.13 gab es in Greifswald, initiiert durch die Band Feine Sahne Fischfilet in
    Kooperation mit örtlichen Gruppen und Strukturen, einen Aktionstag. In diesem Rahmen hat das IKuWo die Bühne für Menschenrechte mit dem Theaterstück Asylmonolge organisiert.
    http://ikuwo.de/
  • Initiative Gedenkort Jugend-KZ Uckermark e.V.: - EUR 1300,-
    Für die Durchführung des
    feministischen, antifaschistischen Bau - und Begegnungscamps im August 2013
    http://www.gedenkort-kz-uckermark.de/assets/downloads/baucamps/2013_Campbericht.pdf
  • JKS ARThus e.V.: - EUR 500,-
    Gefördert wurde das nichtkommerzielle Theaterprojekt „Freispiel“ - ein überregionales Improthea­terfreundschaftstreffen mit diversen Workshopangeboten für alle Teilnehmenden, welche auf den gemeinsamen Auftritt am 28.04.2013 vorbereiten sollten.
    http://www.arthus.de/
  • JWP „MittenDrin“ e.V. (Neuruppin):- EUR 1500,-
    Finanzielle Unterstützung für die Anschaffung einer neuen Anlage im JugendWohnProjekt "MittenDrin". Ziel des Vereins ist es, Jugendliche aus Neuruppin und Umgebung sowohl soziokulturell als auch für politische und aktuelle Begebenheiten zu sensibilisieren.
    http://jwp-mittendrin.de/blog/
  • Kinderring Berlin e.V.:- EUR 500,-
    Die Initiative VOSIFA hat die Spende beantragt, um die Gruppe „R“ aus dem Umfeld Strom&Wasser feat. The Refugees auf das Open Air for Open Mindseinladen zu können.
    http://vosifa.de/

    http://www.kinderring-berlin.de/
  • Kultur- und Initiativenhaus Greifswald: - EUR 2000,-
    Finanzielle Unterstützung für den Erwerb und Planungsarbeiten zum Aufbau des Kultur- und Initia­tivenhauses Stralsunder Straße 10 Greifswald.
    http://www.greifkultur.org/
  • PolenmARkT e.V. Greifswald: - EUR 1000,-
    Zur Durchführung des PolenmARkTes: Greifswalder Festival für polnische Kultur, Musik, Literatur und Kunst.
    http://www.phil.uni-greifswald.de/fileadmin/mediapool/slawistik/Projekte/polenmARkT.2013.pdf
  • Stattwerke e.V. Neuruppin: - EUR 1500,-
    Zur Umsetzung des Musicals Phantasmagorie mit Schüler_innen und Jugendlichen aus der Region Wittstock und Kyritz.
    http://www.stattwerke.de/
  • Utopia e.V. Frankfurt/ Oder: - EUR 3000,-
    Durch den Jugend- Kulturförderfonds wurde die Bildungs-, Jugend- und Kulturarbeit des Utopia gefördert. Konkret waren dies in 2013 verschiedene antirassistische und antifaschistische Bildungsveranstaltungen, die Kofinanzierung des alternativen Veranstaltungsraums „Garage“, der Flüchtlingsprotest in Eisenhüttenstadt sowie die Übernahme einer Stolperstein-Patenschaft in Frankfurt/ Oder.
    http://utopiaffo.blogsport.de/

2012

2011 

  • Antirassistische Initiative Rostock (AIR)  - EUR 250,-
    Unterstützung für die „Antirassistische Aktionswoche“ 2011
  • Demokratisches Jugendforum Brandenburg e.V.EUR 4.000,-
    Eduaction- Selbstbehauptungs- und Bildungsseminar
    www.djb-ev.de 
  • Belziger Forum e.V.EUR 1.500,-
    Infocafé „Der Winkel“
    www.derwinkel.de
  • Kultur und Toleranz e.V. GadebuschEUR 1.500,-
    Sommerschlacht-Festival in Wakenstätt
    www.sommerschlacht.de
  • Gesellschaft zur Förderung der Europäischen Kooperative e.V.
    Hof Ulenkrug – EUR  1.610,-
    Friedensfest „Demmin 8. Mai“
  • Ladyfest Rostock 2011EUR 1.000,-
    myspace.com/ladyfesthro/blog
  • EcotopiaEUR 1.000,-
    Vorbereitungstreffen in Wiesenburg August 2011
    www.ecotopia2010.org
  • SoBiEUR 3.000 –
    Ausbau der Infrastruktur des Peter-Weiss-Hauses
    www.peterweisshaus.de

2010

2009

2008

2007

Gäste- und Seminarhaus „Lehrlingsheim“

Im Frühjahr 2009 hat der Kulturkosmos ein neues großes und aufwendiges Projekt begonnen: den Bau eines Gäste- und Seminarhauses in unmittelbarer Nähe des Vereinsgeländes.

Grundgedanke

Seit mehr als 10 Jahren entwickelt sich auf dem Flugplatzgelände des Kulturkosmos ein kulturelles Veranstaltungszentrum. Neben der kulturellen Arbeit hat sich der Verein in den vergangenen Jahren auch dem Bereich der Jugendarbeit zugewandt. Auf dem Gelände finden in zunehmendem Maße Aktivitäten und Veranstaltungen statt, die der Jugendarbeit und Jugendhilfe zuzuordnen sind. Dazu zählen u.a. regionale und internationale Jugendcamps, Sportveranstaltungen, Workshops in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit assoziierten Vereinen und Bildungsträgern. Wir können zwar ein umfangreiches Raumangebot zur künstlerischen und kulturellen Nutzung anbieten, verfügten aber bislang über keine Unterbringungsmöglichkeiten zur Beherbergung von Menschen, die diese Räume nutzen wollen.

Das Lehrlingsheim

Vor diesem Hintergrund hatten wir seit Längerem den Bau von Räumlichkeiten zur Unterbringung von Nutzer:innen und Gästen geplant. Überraschenderweise ergab sich im Herbst 2008 die Möglichkeit, das ehemalige Lehrlingsheim der Schiffswerft Rechlin zu kaufen. Das Objekt: Das Areal liegt in freier Lage zwischen Rechlin und Retzow links der B 198. Erbaut in den 1930er Jahren im Zusammenhang mit der militärischen Nutzung des Flugplatzes Lärz, wurde das damals einstöckige Gebäude nach dem Krieg bis Ende der 1960er Jahre nur noch temporär genutzt. 1970 ging das Objekt an die Rechliner Schiffswerft und wurde großräumig und zweistöckig zu einem Lehrlingswohnheim umgebaut. Neben einer Hausmeisterwohnung bot das Haus damals Platz für die Beherbergung von 100 Lehrlingen. Nach der Wende und mit dem Niedergang der Werft stand das Gebäude wieder leer und wurde dem Vandalismus überlassen. Das Gebäude ist bis zum Erwerb durch den Kulturkosmos im November 2008 eine Ruine gewesen und war somit komplett sanierungsbedürftig. Die örtliche Lage, Größe und Raumkonzept sind für uns optimal: Das Objekt liegt freistehend im Außenbereich inmitten eines riesigen Ackers, wenige hundert Meter nördlich des Kulturkosmosgeländes. Über einen direkten Fuß- und Fahrradweg ist das Haus direkt am Kulturkosmosgelände angebunden. 

Seminar- und Gästehaus

Als reines Gästehaus für den Kunst- und Kulturbetrieb des Vereins ist eine ganzjährige und regelmäßige Auslastung der entstehenden Räumlichkeiten nicht zu erwarten. Eine solche Auslastung ist aber die Voraussetzung, dass sich das Haus selbstständig tragen kann. Deshalb, und auch weil wir es spannend und wichtig finden, ist ein breiteres Nutzungskonzept geplant. Wir wollen hier eine einzigartige Begegnungsstätte für Jugendliche und Erwachsene schaffen. Wir denken, dass die Räumlichkeiten als besonderes, kostengünstiges Seminar- und Tagungshaus eine vielseitige Nutzung und flexible Gestaltung ermöglichen können. Durch unsere Aktivitäten, insbesondere durch das Fusion Festival, ist in den vergangenen Jahren ein weit verzweigtes Netzwerk aus Initiativen, Vereinen, Fachkräften und Gruppen entstanden. Die Räumlichkeiten sind geeignet für die Durchführung von Tagungen, Seminaren und Workshops für unterschiedliche Gruppen unterschiedlicher Größe und Altersstufen. Um Offenheit zu bewahren und Vielseitigkeit zu fördern, sollen verschiedene Varianten der Nutzung des Hauses bestehen. Das Haus steht daneben auch Gruppen offen, die einfach entspannt und ohne allzu hohe Kosten mal ein Wochenende gemeinsam an einem schönen ruhigen Ort verbringen wollen, um dort was auch immer zu tun. Die räumlichen Belegungsmöglichkeiten des Gebäudes sind variabel. Es werden vier Wohneinheiten entstehen, mit je einem Wohn-/Seminarraum mit Kochgelegenheit und insgesamt 16 Schlafräumen. Diese können bedarfsgerecht und weitgehend flexibel den Wohn-/Seminarräumen zugeordnet werden. Somit entsteht Raum für kleine, mittlere und große Gruppen. Die geplante Bettenzahl liegt bei 34 und mit Aufbettung können bis zu 45 Schlafplätze angeboten werden. Dazu gibt es einen zentralen Speisesaal mit Großküche, einen separater Sport- und Seminarraum sowie einen zentralen, sehr schönen Saunabereich. Im Sommer kann auch der Garten mit Schwimmteich mitgenutzt werden.

Umsetzung

Seit 2009 arbeiten wir Stück für Stück mit Unterstützung von Wandergesell:innen, Handwerker:innen und Bauarbeiter:innen an der baulichen Umsetzung des Gebäudes und des Geländes. Wir haben  hierfür Handwerker:innen aus der Region und immer wieder kurzzeitig Gesell:innen eingestellt, um das Haus soweit als möglich in Eigenleistung aufzubauen. Zuerst musste gemeinsam mit der Gemeinde und dem Landkreis geklärt werden, wie die baurechtliche Grundlage für die Sanierung und den Wiederaufbau zu schaffen ist. Danach musste das Haus erst mal mit einem neuen Dach versehen werden, um den weiteren Verfall zu stoppen. Dazu bekamen wir die Unterstützung des „FBS“, einer Vereinigung von reisenden Handwerksgesell:innen, die im Herbst 2009 in gemeinsamer ehrenamtlicher Arbeit das neue Dach gebaut haben. Im Herbst 2010 hat „Axt und Kelle“, ein weiterer Handwerksschacht, mit über 30 Handwerksgesell:innen eine Soli- Baustelle mit Jahrestreffen veranstaltet und dem Projekt damit noch mal ordentlich Schub gegeben. Nachdem die Rohbauarbeiten in Teilen des Hauses abgeschlossen waren, konnte im Frühjahr 2011 mit der Installation von Heizung, Sanitär und Strom begonnen werden. 2012 war der Rohbau weitestgehend fertig, ab 2013 haben wir mit Ausbau und Fassade des Gebäudes begonnen. Dadurch, dass Planung und Ausbau ohne Zeitdruck und in eher organischen Intervallen vonstattenging, konnte mit ungewöhnlich viel Sorgfalt und Kreativität gearbeitet werden. Die Handwerksgesell:innen haben hierbei einige wirklich besondere Ecken im und am Haus geschaffen. Auch die Schlafzimmer werden jeweils von verschiedenen Künstler:innen-Gruppen gestaltet. Noch sind aber nicht alle Räume fertig. Auch wenn das Haus noch eine sich stetig wandelnde Baustelle ist, hat es schon seinen ganz eigenen Stil entwickelt. 2015 haben wir es erstmalig zur Unterbringung von Künstler:innen während der Festivals genutzt. Eine Fertigstellung des Hauses können wir uns für 2017 vorstellen. Schon jetzt ist es ein ganz besonderer Ort und alle sind in Zukunft eingeladen, dieses Haus für ihre gruppenspezifischen Aktivitäten in verschiedenster Form zu nutzen. 

Kontakt

Kulturkosmos Müritz e.V.
Flugplatz
17248 Lärz

mail@kulturkosmos.de

Ticketbüro

Bei Fragen rund um den Vorverkauf schreibt bitte an
tickets@fusion-festival.de

Telefonische Sprechstunde:
(nur Di. und Do. von 17.00h bis 20.00h)
Tel. 030 69569788

Anfahrt

 

Der Kulturkosmos liegt ganz grob zwischen Hamburg und Berlin in der Müritz Seenplatte.
Markierung / Routenplanung auf Google Maps

ANFAHRT MIT BAHN
Mit dem Interconnex oder der DB nach Neustrelitz, von dort weiter nach Mirow. Aus Berlin und Brandenburg ist das Brandenburgticket, aus Hamburg das Mecklenburg-Vorpommernticket eine günstige Wahl.

ANFAHRT MIT DEM AUTO
Aus Hamburg oder Berlin kommend: A24 bis Autobahnkreuz Wittstock, dort auf die A19 Richtung Rostock. Zweite Ausfahrt (Röbel / Nr. 18) raus. Rechts und der B198 Richtung Neustrelitz folgen (Achtung, Blitzer hinter dem Autohof und in Vipperow), durch die Ortschaften Vipperow und Vietzen. Nach Vietzen rechts zum Flugplatz Lärz, nach ca. 1 km ist links die Einfahrt auf das Gelände.

Impressum

Kulturkosmos Müritz e.V.
Am Flugplatz
17248 Lärz

Vertretungsberechtigter Vorstand: Martin Eulenhaupt, (Anschrift wie oben),
Vereinsregister Waren, Registernummer: VR 164

Steuernummer: 27/670/60108
USt-ID: DE249602309

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Max Weidling, (Anschrift wie oben)

Schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit: mail@fusion-festival.de

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